Wer seit langem mit immer der gleichen Linux-Distribution arbeitet ohne diese neuzuinstallieren (warum sollte man auch?) der aktualisiert diese für gewöhnlich auch immer wieder mal. So auch ich. Das eine oder andere Update – spätestens jedoch ein Upgrade auf eine neue Version – bringt auch einen neuen Kernel mit sich. Alte Kernel werden dabei nicht deinstalliert, was ja auch seinen Vorteil hat, da man gerade direkt nach dem Wechsel auf einen neuen Kernel mit diesem Probleme bekommen kann, hier kann dann der alte als Backup dienen in das man booten kann um die Probleme zu beheben. Wenn der neue Kernel jedoch problemlos läuft, dann kann man sich ruhig von den Alten trennen.
Da ich auf meinem Notebook seit Version 7.04 Kubuntu benutze hat sich hier der ein oder andere Kernel angesammelt. Außer dem aktuellen benötige ich die anderen nicht mehr und habe mich entschieden diese – auch aus Speicherplatzgründen – zu deinstallieren. Dies geht – was mich irgendwie doch ein bisschen gewundert hat – ziemlich einfach (man lernt halt nie aus). Eines kurz vorweg: ganz ohne die Konsole geht hier nichts.
Als erstes muss man feststellen welches der aktuell verwendete Kernel ist. Dazu muss man in die Konsole wechseln (Alt + F2 und dort “Konsole” eingeben). Dort ruft man das Kommando “uname -r” auf, welches einem die aktuell verwendete Kernelversion mitteilt. Bei mir ist dies “2.6.22-14-generic”.
Jetzt gibt es zwei Wege weiter zu machen. “Old-School” in der Kommandozeile oder im grafischen Paketmanager “Synaptic” (Adept funktioniert leider nicht, da nicht alle Pakete angezeigt werden). Ich werde auf beide eingehen.
Zuerst “Old-School”: Mit “sudo dpkg -l | grep linux-image” stellt man fest welche Kernelversionen alle installiert sind. Bei mir sah die Ausgabe wie folgt aus:
markus@Maquis:~$ sudo dpkg -l | grep linux-image
[sudo] password for markus:
ii linux-image-2.6.20-15-generic 2.6.20-15.27 Linux kernel image for version 2.6.20 on x86
ii linux-image-2.6.20-16-generic 2.6.20-16.32 Linux kernel image for version 2.6.20 on x86
ii linux-image-2.6.22-14-generic 2.6.22-14.52 Linux kernel image for version 2.6.22 on x86
ii linux-image-generic 2.6.22.14.21 Generic Linux kernel image
Interessant sind hier nur die Zeilen mit “linux-image-2.6.20-15-generic” und linux-image-2.6.20-16-generic”. Dies sind die beiden Kernelversionen die ich entfernen möchte, da ich sie nicht mehr benötige. Die beiden anderen Zeilen stehen für den aktuellen Kernel den ich verwende (2.6.22.14). Die Kernelversionen 2.6.20.15 und 2.6.20.16 möchte ich löschen, dies geht sehr einfach mit dem Paketmanager apt-get. Die hier benötigten Befehle lauten:
sudo apt-get remove –purge linux-image-2.6.20-15-generic
und
sudo apt-get remove –purge linux-image-2.6.20-16-generic
Die Abfragen bestätigen, und das wars auch schon. Fast zumindest. So ein Kernel hat auch sogenannte “Header” die einige Pakte benötigen, diese müssen auch noch entfernt werden. In meinem Fall heißen die Pakete mit den Kernel-Headern “linux-headers-2.6.20-15“, “linux-headers-2.6.20-15-generic“, “linux-headers-2.6.20-16” und “linux-headers-2.6.20-16-generic“. Auch diese lassen sich wie oben beschrieben mit apt-get entfernen.
Mit dem grafischen Paketmanager Synaptic erfolgt das Prozedur ganz ähnlich. Über die Suche sucht man nach “linux-image” und “linux-headers“, markiert alle nicht mehr benötigten aber installierten Paket (die die dunkel grün markiert sind, sind installiert) zur vollständigen Entfernung. Und entfernt diese dann.
Das wars auch schon, mehr ist nicht nötig um alte nicht mehr benötigte Kernel unter Ubuntu (oder seinen Abkömmlingen) zu entfernen.
Fragen, Anregungen oder Kritik wie immer in die Kommentare oder direkt per Mail an mich (Adresse steht im Impressum).
Pingback: Linux-Benutzung » Re: SCO ist eine Scheinfirma - Linux will nur Aufmerksamkeit…. - SCO vs. Linux: Suse Linux soll SCO-Code …
Hallo Markus!
Danke für diesen Artikel, er hat mit SEHR geholfen!
Es währe nett, wenn man da noch eine “ordentliche” Druckfunktion
einbauen könnte. Die Ausgabe des Artikels auf dem Drucker bringt ab Seite 3 (also NACH dem eigentlichen Artikel) nur noch 4 Seiten Schrott…
Mit freundlichen Grüßen
GAL9000
Freut mich, dass dir der Artikel geholfen hat.
Eine Druckfunktion bietet WordPress selber nicht an. Sollte mir mal ein entsprechendes Plugin über den Weg laufen werde ich es vielleicht einbauen.