Für den kommenden Donnerstag (4. Oktober) rufen Blogger weltweit zu einem Protesttag zur Unterstützung der friedlichen Demonstranten in Burma auf. Geplant ist das alle Blogger an diesem Tag nur einen einzigen Artikel veröffentlichen. Ein rotes mit dem Text “Free Birma”.

Wie Telepolis berichtet stammt die Idee ursprünglich aus Italien, verbreitete sich aber von dort aus sehr schnell in viele weitere Länder. Mittlerweile existiert unter anderem auch ein mehrsprachiges Wiki, welches über die Aktion informiert.
Blogger aus aller Welt bereiten einen Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Burma vor. Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympathie bekunden. Diese Blogger haben vor, am 4. Oktober 2007 ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text „Free Burma!“.
Heißt es dort.
Eine gute Aktion wie ich finde. Sicher, es wird den Demonstranten dadurch nicht direkt geholfen, und es schützt sie auch nicht vor der Polizei und den Soldaten die mit Gewalt und Waffen gegen die friedlichen Demonstranten vorgehen, aber es setzt ein Zeichen dafür, dass das Geschehen in diesem Land vom Rest der Welt verfolgt wird.
Ein aktueller Nachrichtenticker wurde mittlerweile auch eingerichtet, zu finden ist er hier.
Diesem Nachrichtenticker ist unter anderem folgendes zu entnehmen:
29.09/20:55: Eine Gruppe von 8.888 ehemaligen Studenten (Aufstand in Myanmar am 8.8.1988) hat der chinesischen Regierung ein Ultimatum gestellt. Wenn China nicht anfängt, sich bis zum 2. Oktober 09.00 EST aktiv gegen die Militärjunta in Myanmar zu stellen und eine führende Rolle in der internationalen Gemeinschaft übernimmt, werden die Studenten eine Kampagne starten, in der sie zum Boykott der Olympischen Spiele 2008 in Peking und zum Boykott sämtlicher chinesischer Produkte aufrufen.
Ich hoffe die Proteste werden bald Erfolg haben, und dass sich auch China und Russland kritisch äußern werden. Wobei… China und kritisch gegenüber Menschenrechtsverletzungen, gerade wenn es um Geld geht… naja…
Wer sich für Freiheit in Burma einsetzt, sollte auch über das demokratische Niveau in Deutschland nachdenken. Es werden bei uns nationale Aktivisten wegen Volksverhetzung ( §130 STGB) zu zum Teil mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der § 130 STGB ist der Kern der Demokratiegefährdung in Deutschland, da er die für eine Demokratie hoher Qualität nötige Meinungsfreudigkeit hierzulande behindert. Wer Angst hat, bei einem falschen Wort ins Gefängnis zu kommen, verzichtet gleich ganz aufs Reden. Ich würde mich freuen, wenn Blogger sich nicht nur für Freiheitsrechte im fernen Ausland einsetzen, sondern auch bei uns für eine möglichst umfassende Meinungsfreiheit eintreten.
Herr Kurbjun, ich weiß nicht, wie oft man es ihnen noch sagen muss, aber §130StGB gefährdet in keinster Weise unsere Demokratie, im Gegenteil, er schützt sie. Wo schränkt er die Meinungsfreiheit ein? Mit der Meinungsfreiheit ist es nicht anders, wie mit anderen Freiheiten auch, sie hört da auf, wo die Freiheiten von anderen Menschen anfangen.
Wer wegen verstoß gegen §130StGB ins Gefängnis kommt, der dürfte das wohl zu Recht kommen, denn mit Volksverhetzung gefährdet man die Demokratie und stellt damit auch Artikel 1 unserer Verfassung in Frage. Das beste Beispiel dafür gab es zwischen 1933 und 1945 in Deutschland.