Nach der Veröffentlichung der Fragenkataloge der SPD-Fraktion und des Bundesjustizministeriums an das Bundesinnenministerium bezüglich der Online-Durchsuchung durch Netzpolitik.org haben sich mehrere Sicherheitsexperten und Hersteller von Sicherheitssoftware zu Wort gemeldet.
Sprecher von Avira, Kaspersky und Symantec betonten in einem Interview mit tagesschau.de erneut, dass sie sobald sie Informationen über den “Bundestrojaner” erhalten in ihre Programme entsprechende Signaturen einfließen werden.
Die befragten Software-Unternehmen gehen davon aus, dass solche Spionageprogramme von ihren Anti-Viren-Systemen als potenziell gefährlich gemeldet würden, da auch ein Bundestrojaner mit den gleichen Methoden wie andere Spyware arbeiten würde. Für die Schutzprogramme seien alle Trojaner gleich: “Ein Trojaner ist und bleibt eine Spionage-Software”, so Tjark Auerbach, Geschäftsführer von Avira. Sobald seine Struktur den Software-Herstellern bekannt wird, wird er in das Verzeichnis bekannter Viren aufgenommen und von den Programmen blockiert.
In einem Interview mit N24 äußerte sich Burkhard Schröder. Er sagte die klassischen Methoden über die Trojaner zugestellt werden (z.B. E-Mails) würden im Fall des “Bundestrojaners” nicht sehr erfolgreich sein, da dazu der Nutzer mitspielen müsse, in dem er den Installationsprozess startet, in dem er z.B. einen E-Mail Anhang öffnet. Um auf einen PC so zugreifen zu können wie die Bundesregierung das gerne hätte müsse man zur Installation der Software physikalischen Zugriff auf den PC haben. Er geht auch davon aus, dass die Installation unter Systemen wie Linux und Mac OS wesentlich schwieriger sein dürfte als unter Windows.
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